Longyearbyen / Spitzbergen

Februar 2018

Zunächst etwas Geschichtsunterricht: Spitzbergen war bis Anfang des 20. Jahrhunderts staatenloses Gebiet. Kein Land wollte Anspruch erheben. Erst mit dem Spitzbergenvertrag erhielt Norwegen 1925 die Souveränität und war für die Entwicklung Spitzbergens verantwortlich. Dennoch dürfen alle Staaten, die den Spitzbergenvertrag unterzeichnet haben, gleichberechtigt ökonomisch tätig sein. Der Bergbau prägte die größte Stadt Longyearbyen.

Es gibt nur drei Arten von Landsäugetieren auf Spitzbergen – den Polarfuchs, das Svalbard-Rentier und den Eisbär. Longyearbyen ist die nördlichste dauerhaft bewohnte Stadt der Welt. Hier leben mehr als 2000 Menschen, 30.000 Touristen kommen jährlich. Wegen der Eisbären darf die Stadt nur mit einer Waffe verlassen werden. Und dieses kleine Detail engt „den Touristen“ in seiner Bewegungsfreiheit sehr ein. Ausflüge sind im Grunde nur mit einem Guide möglich. Und das kostet natürlich – pro Tag bis zu 400 €. Aber es lohnt sich.
Ich war mit zwei Fotografen-Freunden unterwegs Wir hatten das große Glück, keine Tour im vor hinein gebucht zu haben. Unseren Guide trafen wir zufällig im Flugzeug und buchten gleich mehrere Ausflüge. Ich sage euch – es ist ein riesen Spaß mit einem Schneescooter mit 80 km/h über einen Gletscher zu düsen. Wie ich es genossen habe. Die Landschaft ist wirklich beeindruckend, auch wenn man nur weißen Schnee vor Augen sieht. Man kann keine Distanzen schätzen. Und wenn ein Schneesturm mit 120 km/h über einen hinweg weht, denkt man, dass die Welt untergeht. Man steht am Rand des Eismeeres und späht nach Eisbären, man geht nachts auf einen Berg und beobachtet atemberaubende Nordlichter, man fährt mit dem Huskyschlitten durch verschneite Täler, man fährt über die Wolkendecke auf die Spitze eines Berges und sieht seit einer Woche die Sonne wieder. Erlebnisse, die ich nie vergessen werde. Spitzbergen, ich habe mich in dich verliebt.

PS: Sollte auch euch einmal das Abenteuer Spitzbergen packen, empfehle ich euch den weltbesten Tour-Guide Christian Bruttel von Spitzbergen Reisen.